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Brücken bauen statt Durchfahrten verbieten

Beim Erarbeiten unserer Stellungnahme zum Erfurter Verkehrsentwicklungsplan-Radverkehr (VEP) erzielten wir einen Input, den wir auch den Lesern des Thüringer Pedalritters nicht vorenthalten wollen:

Es geht um die Behebung der unbefriedigenden Regelung im Erfurter Bahnhofstunnel. Bis zu 3.000 Radfahrer, die diese Verbindung nutzen, müssen dies absteigend– und schiebenderweise tun, zum eigenen Verdruss und zum Ärger der Fußgänger, der Bahnkunden, der Bus– und Tramfahrer. Eine sinnvolle Alternativroute ist städtischerseits bislang nicht in Sicht.

Im Verkehrsentwicklungsplan ist als Hauptroute die Windhorststraße für Radfahrer, die aus Süd–Ost kommen, definiert. Und um Richtung Bahnhof oder Anger zu kommen, wird die Querung über den Schmidtstedter Knoten empfohlen. Doch welcher Radfahrer wird eine solche Empfehlung, umwegelastig und verkehrstechnisch komplex, annehmen?

Die Vision:

… Aus der Sicht des ADFC Erfurt gibt es eine natürliche, direkte Verbindung vom Süden via Bahnhof zum Anger und damit auch zu den nördlichen Verbindungen:

Die Radstraße Windhorststraße wird über die Schillerstraße auf eine Radbrücke geführt, um den Flutgraben zu queren. Mit einer anschließenden Unterführung unter den östlichen Treppen– und Fahrtreppenanlagen der Bahn können störungsfrei und erachtens der Initiatoren kostengünstig die Bahngleise unterquert werden. Die nördliche Mündung der Unterführung trifft auf den Wendekreis des Bahnhofvorplatzes. Westlich des Busbahnhofes fährt der Radfahrer die Bürgermeister–Wagner–Straße, quert den Juri–Gagarin–Ring direkt zum Innenhof an der Reglermauer, wo ihn ein (gedanklich schon fertigestelltes) freundliches Radparkhaus emfängt. …

Die Diskussion:

Beim ersten Lesen erscheint diese Idee zu gewagt, teuer, undurchführbar und so weiter. Doch wo keine Visionen entwickelt und diskutiert werden, werden untragbare Zustände weiter hingenommen und erfahrungsgemäß festgeschrieben. Die Stadt Erfurt hat noch viel vor: Sei es bei Projekten wie der ICE–City oder der Bundesgartenschau. Im Rahmen solcher Vorhaben ist eine Finanzierung der oben beschriebenen Maßnahme durchaus vorstellbar. Der ADFC Erfurt bringt sich so immer wieder ein, um für alle Erfurter und für Touristen mehr Lebensqualität zu schaffen. Er setzt sich u.a. dafür ein, daß innerstädtische Räume umweltfreundlich und zeitgemäß gestaltet werden.

Weitere Infos: Alternativvorschlag zu 4.3.8 Östliche Bahnunterführung (.pdf)

16.04.2013

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